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Apr
Der glykämische Index
13.04.2014 09:41

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich Ihnen die Sache mit den Kohlenhydraten genauer erläutern.

 

Der glykämische Index ist ein Maß für die Wirkung von Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel.

Ein hoher Wert bedeutet, dass der Körper die Kohlenhydrate des Lebensmittels schnell verdaut. Sie gelangen ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen. Lebensmittel mit einem geringen glykämischen Index bewirken dagegen nur einen langsamen und insgesamt geringeren Anstieg der Blutzuckerkurve. Das hat den Vorteil, dass der Körper weniger Insulin produziert. Dieses körpereigene Hormon sorgt dafür, dass Körperzellen Blutzucker aufnehmen. Gleichzeitig begünstigt es den Aufbau von Fettpolstern und verhindert, dass der Körper Fettreserven abbaut. Produziert der Körper viel Insulin, kann das sogar den Appetit steigern – lauter Effekte, die eine Gewichtszunahme eher fördern.

In der Praxis heißt das: Gemüse, Obst und Vollkornprodukte bilden die Basis der Glyx-Diät.

Leute, die sich an diese Diät halten wollen, sollen dagegen auf verarbeitete Getreideprodukte wie Weißbrot, geschälten Reis, Nudeln, auf Kartoffeln und Süßigkeiten verzichten. Erlaubt sind pflanzliche Öle, Nüsse und Hülsenfrüchte sowie bis zu zweimal täglich Fisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte.

Wer dem Buch „Die Glyx-Diät“ von der Münchner Ökotrophologin Marion Grillparzer folgt, beginnt die Diät mit drei Suppentagen – die entschlacken den Körper –, einer Fatburner-Glyx-Woche – die schmilzt täglich mindestens ein Pfund Fett weg – plus 20 Tagen Glyx-Baukastensystem. Dazu gehört ein Sportprogramm, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Außerdem empfiehlt Grillparzer ein Antistressprogramm, schließlich sei Stress einer der schlimmsten Dickmacher.

Im Buchhandel sind inzwischen verschiedene Glyx-Diät-Ratgeber und -Rezeptsammlungen erhältlich.

Im Grunde verfolgt die Glyx-Diät eine dauerhafte Ernährungsumstellung und ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Richtig neu ist dieser Ansatz allerdings nicht, denn die meisten Empfehlungen decken sich mit dem Konzept der Vollwert-Ernährung aus den 80er-Jahren. Wenig verarbeitete, ballaststoffreiche Lebensmittel sättigen gut und liefern wenig Energie, fördern also eine Gewichtsabnahme. Allerdings bekommen Fleisch, Fisch und Milchprodukte bei der Glyx-Diät ein stärkeres Gewicht. In ihrem Diätentest kam die Stiftung Warentest zu dem Schluss, dass die Glyx-Diät relativ empfehlenswert sei.

Die Zeitschrift „Ökotest“ hielt der Glyx-Diät in einem Diätenvergleich zugute, dass sie reichlich Obst und Gemüse liefert und damit auch ausreichend Ballaststoffe. Positiv bewerteten die Experten auch, dass das Thema Bewegung groß geschrieben wird.

Dass allzu viele Weißmehlprodukte, Pizzen, Schokoriegel und Limonaden in einer Diät fehl am Platze sind, ist nicht neu. Insofern ist der Glyx-Faktor keine Modeerscheinung, sondern ein sinnvolles Ernährungskonzept. Nur – wie so oft – die Verpackung macht’s: Allein der Name Glyx-Brot klingt verheißungsvoller als das simple Wort Vollkornbrot – auch wenn die Zutaten sich kaum voneinander unterscheiden.

Dennoch gibt es Kritik am Konzept: Der glykämische Index variiert nicht nur von Lebensmittel zu Lebensmittel, sondern hängt von weiteren Faktoren ab, etwa von der Zubereitung, der Kombination der Lebensmittel, die Abspeckwillige gleichzeitig essen. Auch der individuelle Stoffwechsel spielt eine Rolle. „Die wissenschaftliche Basis zu dieser Diät ist noch nicht gesichert“, kritisiert die Ernährungswissenschaftlerin Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Experten der DGE kritisieren an der Glyx-Diät auch, dass die Nährstoffrelationen nicht ausgewogen sind. Als langfristige Ernährungsmethode eigne sich die Glyx-Diät laut DGE nicht.

„Ökotest“-Expertin Professor Ursel Wahrburg hält die Versprechungen über die Wirkungen der verschiedenen angepriesenen Fatburner-Lebensmittel und Nahrungsergänzungsstoffe für nicht haltbar. Darüber hinaus ist die Nährstoffzufuhr in den ersten Abspeck-Tagen mit noch nicht einmal 1000 Kalorien sehr gering. Darüber hinaus liegen Eiweiß- und Fettanteil nach Ansicht der Experten noch etwas zu hoch. Daher kommt „Ökotest“ im Gesamturteil zu einem knappen „gut“.

Den langfristigen Effekt dieser Diät haben Susan Roberts und ihre Kollegen von der amerikanischen Tufts University in einer Studie getestet. Nach einem halben Jahr hatten die Teilnehmer, die auf den glykämischen Index achteten, mit im Schnitt 10,4 Prozent Gewichtsverlust zwar etwas mehr abgespeckt als die Vergleichsgruppe, die im Schnitt neun Prozent ihres Ursprungsgewichts verlor. Nach einem Jahr hatte sich der durchschnittliche Gewichtsverlust der beiden Gruppen jedoch auf insgesamt acht Prozent angeglichen.

Ja, so ist das.

Herzlichst

Ihre Heidi

Die Dunkan Diät
Zusammenfassung

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